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AI-Act Compliance

Die KI-Kompetenzpflicht aus Art. 4 AI-Act: Was Sie jetzt wissen müssen.

Stand: Oktober 2026

Art. 4 AI-Act gilt seit dem 2. Februar 2025. Der Digital Omnibus hat ihn geändert, in Kraft seit dem 27. Juli 2026. Seit dem 2. August 2026 beaufsichtigen und vollziehen nationale Behörden die Regeln, in Deutschland nach dem KI-MIG (in Kraft seit 29. Juli 2026) grundsätzlich die Bundesnetzagentur. Unsere Schritt-für-Schritt-Erklärung.

Was steht eigentlich in Art. 4 AI-Act?

Anbieter und Betreiber von KI-Systemen ergreifen Maßnahmen, um den Aufbau von KI-Kompetenz bei ihrem Personal und anderen Personen zu unterstützen, die in ihrem Auftrag KI-Systeme betreiben oder nutzen.

Art. 4 AI-Act nach dem Digital Omnibus, sinngemäß (kein Wortlaut)

Die Klartext-Übersetzung: Wenn in Ihrem Unternehmen KI-Tools genutzt werden, egal ob ChatGPT, Copilot, Claude oder interne Modelle, sind Sie in aller Regel gefordert, Maßnahmen zu ergreifen, mit denen die Beteiligten KI-Kompetenz aufbauen. Art. 4 verlangt Maßnahmen zum Aufbau von KI-Kompetenz, aber kein bestimmtes Niveau, keine Pflichtschulung und kein Zertifikat. Die Bundesnetzagentur empfiehlt, die Maßnahmen gut zu dokumentieren.

Die EU-Kommission schreibt dazu in ihren AI Literacy Questions & Answers (Stand 27. Juli 2026): „There is no one size fit all when it comes to AI literacy and no strict requirements or mandatory trainings are imposed.“ In der Praxis heißt das: Maßnahmen passend zu Rolle und Risiko, klare Einsatzrichtlinien und eine Dokumentation, mit der Sie die Frage einer Behörde beantworten können.

Wen betrifft Art. 4?

Definitiv betroffen

  • Jedes Unternehmen, das KI-Systeme anbietet oder im Betrieb einsetzt (z. B. Copilot-Lizenzen, ChatGPT Enterprise, interne Modelle)
  • Ihr Personal und andere Personen, die in Ihrem Auftrag KI-Systeme betreiben oder nutzen
  • Alle Branchen, auch Nicht-Tech

Ausnahmen

  • Rein private Nutzung durch Privatpersonen ohne beruflichen Bezug: Für sie gelten die Betreiberpflichten nicht (Art. 2 Abs. 10).
  • KI-Systeme und -Modelle, die ausschließlich für wissenschaftliche Forschung entwickelt und in Betrieb genommen werden, sind vom AI Act ausgenommen (Art. 2 Abs. 6).

Realistische Einschätzung: Wenn in Ihrem Unternehmen KI-Tools genutzt werden, sollten Sie davon ausgehen, dass Art. 4 Sie betrifft, auch ohne eigene Modelle.

Was bei Nicht-Compliance passieren kann.

Art. 4

ohne eigenen Bußgeldrahmen in Art. 99 AI-Act und im KI-MIG

Art. 99 AI-Act sieht gestaffelte Bußgelder vor: für verbotene KI-Praktiken (Art. 5), für die in Art. 99 Abs. 4 aufgezählten Pflichten, darunter die Transparenzpflichten aus Art. 50, und für falsche, unvollständige oder irreführende Angaben gegenüber Behörden. Art. 4 ist dort nicht aufgeführt, und auch das deutsche KI-MIG nennt für Art. 4 keinen eigenen Bußgeldrahmen. Die Behörden können nach Angaben der EU-Kommission aber Sanktionen und andere Maßnahmen verhängen, nach einem verhältnismäßigen Ansatz.

Wichtig: Seit dem 2. August 2026 beaufsichtigen die nationalen Behörden die Regeln, in Deutschland grundsätzlich die Bundesnetzagentur. Fragt eine Behörde nach, zeigen Sie mit einer Dokumentation, welche Maßnahmen Sie ergriffen haben.

So bauen Sie KI-Kompetenz nachvollziehbar auf, in 90 Tagen.

  1. Schritt 1, Bestandsaufnahme

    Welche KI-Tools sind aktuell im Einsatz? (Oft mehr, als Sie denken.) Wir liefern eine AI-Inventur-Vorlage.

  2. Schritt 2, Risiko-Kategorisierung

    KI-Systeme werden nach Risiko klassifiziert (Verboten, Hochrisiko, Transparenzpflicht, Geringes Risiko). Die Checkliste fragt ab, ob Sie jedes eingesetzte KI-System einer Risikokategorie zugeordnet haben.

  3. Schritt 3, Kompetenz-Baseline messen

    Wer in Ihrem Team weiß was? Wer braucht was? Unser Assessment-Tool liefert individuelle Scores.

  4. Schritt 4, Rollengerechte Maßnahmen

    Kein Einheitsvideo für alle, sondern Maßnahmen passend zu Rolle und Risiko, zum Beispiel rollenbasierte Hands-On-Schulung mit Praxis-Tickets.

  5. Schritt 5, Dokumentation der Maßnahmen

    Halten Sie Schulungen und andere Maßnahmen, AI-Policy, Einsatzrichtlinien und regelmäßige Auffrischungen fest. Die Bundesnetzagentur empfiehlt, die Maßnahmen gut zu dokumentieren; ein Zertifikat ist laut EU-Kommission nicht nötig, eine interne Aufzeichnung ist möglich. So können Sie die Frage einer Behörde beantworten, ohne zu improvisieren.

Der Fahrplan ist eine Empfehlung aus der Praxis, keine gesetzliche Vorgabe. Unsere Agentic-University-Transformation deckt alle 5 Schritte ab.

Häufige Missverständnisse zu Art. 4.

Art. 4 gilt nur für Hochrisiko-KI.

Falsch. Art. 4 richtet sich an Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, nicht nur an Hochrisiko-KI. Gemeint sind Ihr Personal und andere Personen, die in Ihrem Auftrag KI-Systeme betreiben oder nutzen.

#ai-act-faq-1
Wir haben keine eigene KI, uns betrifft das nicht.

Falsch. Art. 4 gilt nicht nur für Anbieter, sondern auch für Betreiber, also Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen. Wenn Ihre Mitarbeitenden beruflich mit ChatGPT, Copilot oder Claude arbeiten, sollten Sie davon ausgehen, dass Art. 4 Sie betrifft, auch ohne eigene Modelle.

#ai-act-faq-2
Wir brauchen eine Pflichtschulung mit Zertifikat.

Nein. Art. 4 verlangt Maßnahmen zum Aufbau von KI-Kompetenz, aber kein bestimmtes Niveau, keine Pflichtschulung und kein Zertifikat. Die Maßnahmen sollten zu Rolle und Risiko passen. Die EU-Kommission schreibt dazu in ihren AI Literacy Questions & Answers (Stand 27. Juli 2026): „There is no need for a certificate. Organisations can keep an internal record of trainings and/or other guiding initiatives.“

#ai-act-faq-3
Wir haben Zeit bis 2027.

Nicht bei Art. 4. Art. 4 gilt seit dem 2. Februar 2025 und wurde durch den Digital Omnibus geändert, der am 27. Juli 2026 in Kraft getreten ist. Seit dem 2. August 2026 beaufsichtigen und vollziehen die nationalen Behörden die Regeln, in Deutschland grundsätzlich die Bundesnetzagentur. Später greifen die Hochrisiko-Regeln: für Systeme nach Anhang III ab dem 2. Dezember 2027, für KI in regulierten Produkten (Anhang I) ab dem 2. August 2028.

#ai-act-faq-4
Der Aufwand ist überschaubar.

Das hängt vom Einsatz ab. Es gibt kein vorgeschriebenes Format, Sie können also pragmatisch anfangen. Im Mittelstand ohne strukturierte L&D-Funktion binden Bestandsaufnahme, passende Maßnahmen je Rolle und ihre Dokumentation aber je nach Umfang der KI-Nutzung internes Personal.

#ai-act-faq-5
Gibt es Fördermittel für die KI-Schulung?

Für längere Weiterbildungen unter Umständen, für kurze Schulungen nicht. Die Förderung der Weiterbildung von Beschäftigten nach § 82 SGB III (Qualifizierungschancengesetz) setzt eine Maßnahme von mehr als 120 Stunden voraus, und Träger und Maßnahme müssen nach AZAV zugelassen sein. Kurze Schulungen erfüllen das nicht, auch unsere Lizenz allein nicht.

#ai-act-faq-6

Ressourcen.

Die AI-Act-Compliance-Checkliste mit 12 Fragen, einmal ausgefüllt sehen Sie, wo Sie nachbessern sollten.

AI-Act-Compliance-Checkliste (PDF)

12 Fragen in 5 Minuten.

  • Strukturierte Selbsteinschätzung zu Ihren Maßnahmen und deren Dokumentation.
  • Direkt als PDF per E-Mail, fertig zum Print.
  • Einmaliger Versand, keine Spam-Sequenz.

Wir senden Ihnen einmalig die Checkliste. Sie können sich jederzeit austragen.

Sie haben keine Zeit zu verlieren.

Seit dem 2. August 2026 beaufsichtigen die nationalen Behörden die Regeln. Unser Fahrplan empfiehlt, Maßnahmen zur KI-Kompetenz innerhalb von 90 Tagen zu ergreifen und zu dokumentieren.

Quellen