Agent 365, Claude oder Gemini Enterprise? Ein Vergleich
Agenten statt Chat: wie Microsoft, Anthropic, Google und OpenAI 2026 Agenten bauen, verwalten und abrechnen lassen. Preise von den Herstellerseiten, dazu fünf Fragen zur Auswahl.
Im Mai haben wir ChatGPT Enterprise, Microsoft 365 Copilot, Claude und Gemini als Chat-Assistenten nebeneinandergelegt: unser Enterprise-KI-Vergleich für DACH. Seitdem hat sich die Frage verschoben. Wer „Copilot Studio vs Claude“ vergleicht, sollte weniger auf die Formulierungskunst der Chatbots schauen als darauf, wo im Unternehmen Agenten entstehen, wer sie verwaltet und wie sie abgerechnet werden.
Dieser Beitrag ergänzt den Vergleich, er wiederholt ihn nicht. Es geht um die Agenten-Schicht: Microsoft mit Copilot Studio und Agent 365, Anthropic mit Claude, Cowork und Claude Code, Google mit der Gemini Enterprise Agent Platform und OpenAI, das 2026 zwei Agenten-Produkte abgekündigt hat. Alle Preise und Planinhalte stammen von den Preis- und Dokumentationsseiten der Hersteller, abgerufen am 5. Oktober 2026.
TL;DR
- Microsoft trennt Bauen und Verwalten: Agenten entstehen in Copilot Studio (für Nutzer mit Microsoft-365-Copilot-Lizenz intern ohne Aufpreis), verwaltet werden sie in Agent 365 (laut deutscher Preisseite 13,00 € pro Benutzer und Monat zzgl. MwSt., jährliche Abrechnung).
- Anthropic und Google starten pro Seat: Claude Team ab 20 USD pro Seat und Monat bei jährlicher Abrechnung, Cowork und Claude Code inklusive; die Gemini Enterprise app ab 21 USD pro Seat und Monat. OpenAI stellt seinen Agent Builder am 30. November 2026 ein.
- Keine Empfehlung für einen Anbieter: Die Wahl hängt weniger am besten Modell als an fünf Fragen: Wo liegen Identitäten und Daten, wer baut die Agenten, wie verwaltest du fremde Agenten, welche Preislogik passt und wie sieht der Ausstieg aus.
Worum es geht: Agenten statt Chat
Ein Chat-Assistent beantwortet Fragen, ein Agent erledigt Aufgaben: Er plant, nutzt Werkzeuge wie Dateien, Postfächer oder Fachanwendungen und liefert ein Ergebnis ab. Den Unterschied haben wir in Agent statt Chatbot ausführlich beschrieben. Für die Plattformwahl heißt das: Du prüfst nicht mehr nur ein Modell, sondern drei Ebenen.
- Bauen: Wo entstehen Agenten, mit Klicks im Fachbereich oder mit Code in der Entwicklung?
- Verwalten: Gibt es ein Register aller Agenten, eine Identität je Agent, Rechte und eine Protokollierung dessen, was ein Agent tut?
- Bezahlen: Pro Nutzer, pro Verbrauch oder beides?
An genau diesen Stellen haben alle vier großen Anbieter 2026 nachgelegt. Microsoft hat Agent 365 am 1. Mai 2026 allgemein verfügbar gemacht. Google hat am 22. April 2026 die Gemini Enterprise Agent Platform als Weiterentwicklung von Vertex AI vorgestellt. Anthropic hat am 16. September 2026 die Zusammenführung von Cowork und Chat zu einem Claude angekündigt. OpenAI hat am 29. September 2026 dauerhaft laufende Agenten namens „dots“ vorgestellt.
Nicht Teil dieses Vergleichs sind die Agenten der Fachsoftware. Wer SAP oder Salesforce als führendes System nutzt, sollte sie zusätzlich ansehen: SAP hat am 12. Mai 2026 mehr als 50 fachliche Joule Assistants vorgestellt, Salesforce hat am 11. September 2026 Agentforce Coworker allgemein verfügbar gemacht.
Microsoft: Copilot Studio und Agent 365
Microsoft trennt sauber zwischen dem Werkzeug, in dem Agenten entstehen (Copilot Studio), und der Steuerungsebene, in der die IT sie verwaltet (Agent 365). Verbunden sind beide über die Identität der Agenten in Microsoft Entra.
Copilot Studio: wo Agenten entstehen
Copilot Studio ist in Microsoft 365 Copilot enthalten: Lizenzierte Nutzer können interne Agenten in Microsoft 365 erstellen und nutzen, mit Copilot Chat und dem sogenannten Standard-Harness, laut Microsoft ohne zusätzliche Kosten. Microsoft 365 Copilot kostet laut deutscher Preisseite 26,00 € pro Benutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung, zzgl. MwSt., und setzt einen berechtigenden Microsoft-365-Plan voraus (Stand 5. Oktober 2026).
Eine eigenständige Copilot-Studio-Lizenz brauchst du, wenn Agenten nach außen gehen: Veröffentlichung auf Websites, in Apps und auf sozialen Plattformen, Nutzung durch Personen ohne Lizenz oder Agenten mit dem GitHub-Copilot-Harness. Für einfache Fälle gibt es zusätzlich den Agent Builder in Microsoft 365 Copilot, laut Microsoft gedacht für schnelle, leichte Agenten von Fachanwendern und kleinen Teams. Nicht verwechseln: OpenAI hatte ein Produkt gleichen Namens, das gerade eingestellt wird (siehe unten).
Abgerechnet wird Copilot Studio in Copilot Credits. Die Abrechnung setzt sich aus Komponenten zusammen: eine generative Antwort kostet 2 Credits, eine Agenten-Aktion 5, das Tenant Graph Grounding (Antworten auf Basis des Microsoft Graph) zusätzlich 10. Nutzen Mitarbeitende mit Microsoft-365-Copilot-Lizenz interne Agenten unter ihrer eigenen Identität, fallen dafür laut Microsoft keine Credits an, innerhalb von Fair-Use-Grenzen und mit Ausnahmen wie Computer Use. Die Preise (Stand 5. Oktober 2026):
- Kapazitätspaket: 173,30 € pro Paket und Monat für 25.000 Copilot Credits (deutsche Preisseite, zzgl. MwSt.). Ein Vorabkaufplan spart laut Microsoft bis zu 20 Prozent.
- Pay-as-you-go: 0,01 USD pro Credit, abgerechnet über ein Azure-Abonnement (Microsoft Learn).
Ein praktisches Detail: Ist vorausbezahlte Kapazität aufgebraucht oder überschritten, kann Microsoft Agenten und Agent Flows stoppen. Die genauen Regeln (Schwellen, Ausnahmen für Umgebungen mit verbleibender reservierter Kapazität oder mit Pay-as-you-go) stehen in Microsofts Dokumentation zur Abrechnung; prüft sie vor dem Rollout.
Als Modell lassen sich in Copilot Studio auch Claude Sonnet 4.6, Claude Opus 4.6 und Claude Opus 4.7 wählen. Für DACH wichtig: Anthropic-Modelle sind in Microsoft-Angeboten laut Microsoft von der EU Data Boundary ausgenommen und für Mandanten in EU, EFTA und Großbritannien standardmäßig ausgeschaltet. Die Administration muss sie im Microsoft 365 Admin Center bewusst freigeben.
Agent 365: wo Agenten verwaltet werden
Agent 365 ist Microsofts Steuerungsebene, um Agenten zu beobachten, zu steuern und abzusichern. Sie ist seit dem 1. Mai 2026 allgemein verfügbar und bündelt das Agenten-Register mit Kontrollen aus Entra, Defender, Purview und Intune. Lizenziert wird pro Nutzer, empfohlen für alle, die mit Agenten interagieren, sie besitzen, verwalten oder als Sponsor betreuen.
Der Preis laut deutscher Preisseite: 13,00 € pro Benutzer und Monat, jährliche Abrechnung, zzgl. MwSt. Die US-Seite und Microsofts Ankündigung nennen 15 USD pro Nutzer und Monat. Agent 365 ist außerdem in Microsoft 365 E7 enthalten, das laut deutscher Seite 91,92 € pro Benutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung, zzgl. MwSt., kostet (Stand 5. Oktober 2026).
Die Identität kommt automatisch: Seit Mai 2026 erzeugt Copilot Studio für jeden neuen Agenten eine Microsoft Entra Agent ID, ein Opt-out gibt es nicht mehr. Damit bekommst du laut Microsoft Audit-Logs in Entra ID, eine Lebenszyklus-Verwaltung und die Möglichkeit, die Konnektor-Rechte eines Agenten mit bedingtem Zugriff zu steuern. Agenten, die über Microsoft-365-Kanäle veröffentlicht und mit Entra Agent ID registriert sind, erscheinen automatisch im Agent-365-Inventar.
Agenten anderer Anbieter lassen sich anbinden. Laut Microsoft-Dokumentation (Stand 28. September 2026) synchronisiert Agent 365 Agenten aus Amazon Bedrock, Google Vertex AI, Salesforce Agentforce, Databricks Genie, Anthropic Claude Managed Agents, Oracle Generative AI Agents und Snowflake Cortex ins Register. Die Synchronisierung startest du manuell, und die Beobachtbarkeit unterscheidet sich je Plattform.
Standortbestimmung
Wie KI-bereit ist dein Unternehmen?
Anthropic: Claude mit Cowork und Claude Code
Anthropic bündelt Wissensarbeit und Entwicklung in einem Abo: Im Team-Plan sind laut Preisseite Claude Code und Claude Cowork enthalten. Anthropic hat im September die Zusammenführung von Cowork und Chat angekündigt; sie wird nach Plan gestaffelt ausgerollt.
Cowork ist jetzt Claude
Am 16. September 2026 hat Anthropic die Zusammenführung von Cowork und Chat zu einem Claude angekündigt. Künftig wählst du keinen Modus mehr, Claude greift je nach Aufgabe auf Dateien, Werkzeuge und Konnektoren zu und fragt standardmäßig vor einer Aktion nach. Claude Docs und Claude Slides starten als Beta. Die Umstellung wird zuerst für Pro und Max ausgerollt, Team folgt; Enterprise-Admins werden mindestens 30 Tage vor Änderungen informiert. Was das für Teams bedeutet, steht in Cowork ist jetzt Claude, die Grundlagen in Claude Cowork erklärt.
Claude Code ist laut Preisseite in allen bezahlten Plänen enthalten und teilt sich die Nutzungsgrenzen mit dem Rest des Plans.
Pläne und Preise (Stand 5. Oktober 2026)
- Team (2 bis 150 Personen): Standard-Seat 20 USD pro Seat und Monat bei jährlicher Abrechnung (25 USD monatlich), Premium-Seat mit fünffacher Nutzung 100 USD (125 USD monatlich). Enthalten sind unter anderem Claude Code und Cowork, der Microsoft-365-Konnektor, SSO, Admin-Kontrollen für Konnektoren und kein Modelltraining auf euren Inhalten per Default.
- Enterprise: 20 USD pro Seat und Monat, jährlich abgerechnet, plus Nutzung zu API-Preisen. Dazu kommen Ausgabenlimits, rollenbasierte Rechte, SCIM, Audit-Logs, Compliance API, eigene Aufbewahrungsfristen und IP-Allowlisting.
Die Preise nennt Anthropic ohne Steuern.
Verwaltung und Governance
Bei Anthropic laufen Verwaltung und Governance über die Admin-Funktionen des Plans: Admins steuern lokale und entfernte Konnektoren und verteilen Skills für die ganze Organisation. Seit dem 10. September 2026 gibt es für Claude Enterprise „Smart Reports“ als Beta: Sie zeigen je Team, wofür Claude in Chat, Claude Code und Cowork genutzt wird, was es kostet und wo es hakt. Anthropic schreibt ausdrücklich, dass die Berichte nicht zur Bewertung einzelner Personen gedacht sind.
Am 1. September 2026 hat Anthropic außerdem die Enterprise Frontier Safeguards angekündigt: Daten für die Missbrauchsüberwachung können im eigenen Cloud-Speicher des Kunden liegen, unter eigenen Schlüsseln. Anthropic berechnet dafür nichts; die Einführung ist phasenweise für den Herbst angekündigt.
Claude läuft nicht nur bei Anthropic. Claude Opus 5.5 ist laut Anthropic auch über AWS, Google Cloud und Microsoft Azure verfügbar, und Agenten, die als Claude Managed Agents laufen, kann Agent 365 in sein Register übernehmen. Der Microsoft-365-Konnektor durchsucht SharePoint, OneDrive, Outlook und Teams; schreibende Funktionen wie Mails senden oder Dateien ändern gibt es nur, wenn ein Admin sie freischaltet.
Google: Gemini Enterprise Agent Platform
Google trennt zwischen einer Plattform für Entwickler (Agent Platform) und einer App für alle Mitarbeitenden (Gemini Enterprise app). Die Agent Platform ist laut Google die Weiterentwicklung von Vertex AI, vorgestellt am 22. April 2026 auf der Cloud Next.
Die Plattform für Entwickler
Zur Agent Platform gehören laut Google Agent Studio, das Agent Development Kit (ADK), eine Agent Identity mit überprüfbarer kryptografischer ID und nachvollziehbarer Aktionsspur, eine Agent Registry, ein Agent Gateway mit Model Armor und eine allgemein verfügbare Agent Sandbox. Auf der I/O am 20. Mai 2026 kamen die allgemein verfügbare Managed Agents API und ADK 2.0 dazu. Für die Managed Agents API hat Google dort die volle Integration mit dem Agent-to-Agent-Protokoll A2A und mit Governance und Sicherheit der Agent Platform als „coming soon“ angekündigt. Was A2A ist, erklärt MCP vs. A2A.
Abgerechnet wird nach Verbrauch: Laut Produktseite zahlst du für genutzte Werkzeuge, Speicher, Rechenleistung und Cloud-Ressourcen. Im Model Garden stehen neben Gemini auch Anthropics Claude-Modelle zur Wahl.
Die App für alle Mitarbeitenden
Die Gemini Enterprise app ist die Oberfläche für Fachbereiche: Chat, vorgefertigte Google-Agenten, ein Workflow Builder für Agenten ohne Code und Konnektoren unter anderem zu OneDrive, SharePoint, Jira und HubSpot. Selbst gebaute Agenten aus der Agent Platform lassen sich laut Google dort registrieren, verwalten und steuern. Laut Google werden Kundendaten nicht zum Training von Modellen verwendet.
Die Editionen laut Google (Stand 5. Oktober 2026):
- Business: ab 21 USD pro Seat und Monat, bis 300 Seats, ohne IT-Einrichtung.
- Standard / Plus: ab 30 USD pro Seat und Monat, unbegrenzte Seats, eigene Agenten aus dem ADK und Drittanbieter-Agenten, VPC-SC, kundenverwaltete Schlüssel und Datenresidenz.
- Pay-as-you-go: 0 USD Seat-Gebühr, Abrechnung nach Verbrauch; für Organisationen ab 20 Seats; laut Google erst für einen begrenzten Kundenkreis verfügbar.
OpenAI: was sich 2026 geändert hat
Bei OpenAI ist die wichtigste Nachricht für die Planung kein neues Produkt, sondern zwei abgekündigte. Dazu sind zwei neue Agenten-Angebote gekommen.
Abgekündigt: Agent Builder und Atlas
Der Agent Builder, OpenAIs No-Code-Werkzeug für Agenten, kam am 6. Oktober 2025 zusammen mit AgentKit. Am 3. Juni 2026 hat OpenAI die Abkündigung bekanntgegeben, am 30. November 2026 wird er abgeschaltet. Als Weg nennt OpenAI das Agents SDK oder die Workspace Agents in ChatGPT; ChatKit bleibt verfügbar. Zum selben Datum endet die Evals-Plattform, die ab dem 31. Oktober 2026 nur noch lesbar ist.
Bereits abgeschaltet ist der Browser ChatGPT Atlas. Er startete am 21. Oktober 2025 und funktioniert seit dem 9. August 2026 nicht mehr; seine Agenten-Funktionen sollen in ChatGPT und Codex aufgehen.
Neu: Agents API und dots
Seit dem 10. September 2026 gibt es die Agents API als öffentliche Beta: Agenten mit einem verwalteten Codex-Harness, dauerhaften Sessions und eigenen Werkzeugen und MCP-Servern. Seit dem 29. September 2026 können diese Agenten auch einen von OpenAI gehosteten Browser bedienen, mit Freigaben für einzelne Websites.
Am selben Tag hat OpenAI auf dem DevDay „dots“ vorgestellt: dauerhaft laufende Agenten mit eigenem Cloud-Rechner, die sich Notizen über Gespräche hinweg merken und sich über Plugins mit mehr als 4.000 Apps verbinden. Eigene Regeln legen fest, welche Aktionen ein dot darf, welche eine Freigabe brauchen und welche gesperrt sind. dots kommen zunächst für Pro und Business Premium in berechtigten Märkten; Enterprise kann die Beta nutzen, wenn ein Workspace-Admin sie einschaltet.
Zur Preislogik: In der API werden Tokens zum Satz des gewählten Modells abgerechnet. Die Preisseite für die ChatGPT-Pläne war am 5. Oktober 2026 für uns nicht abrufbar, deshalb nennen wir hier keine Planpreise.
Vergleichstabelle
Stand aller Angaben: 5. Oktober 2026, laut den verlinkten Herstellerseiten. Preise netto beziehungsweise ohne Steuern, wie vom Hersteller angegeben.
| Anbieter | Zielgruppe | Agenten-Verwaltung | Identität und Governance | Preislogik | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|
| Microsoft | Unternehmen auf Microsoft 365 und Entra ID | Agent 365 als Register und Steuerungsebene, Sync mit sieben Fremdplattformen | Entra Agent ID für jeden neuen Copilot-Studio-Agenten, Defender, Purview, Intune | Copilot 26,00 € pro Nutzer und Monat (jährliche Abrechnung); Studio 173,30 € pro Monat je 25.000 Credits oder 0,01 USD je Credit; Agent 365 13,00 € pro Nutzer und Monat (jährliche Abrechnung) | Copilot Studio, Agent 365 |
| Anthropic | Wissensarbeit (Cowork) und Entwicklung (Claude Code) im selben Plan | Admin-Kontrollen für Konnektoren, Skills für die ganze Organisation, Smart Reports (Beta, Enterprise) | SSO ab Team; SCIM, rollenbasierte Rechte, Audit-Logs, Compliance API in Enterprise | Team ab 20 USD pro Seat und Monat (jährlich); Enterprise 20 USD pro Seat und Monat plus Nutzung zu API-Preisen | Claude Preise |
| App: Business für Teams bis 300 Seats, Standard/Plus für strengere IT-Vorgaben; Agent Platform für Entwickler | Agent Registry in der Agent Platform, zentrale Übersicht in der Gemini Enterprise app | Agent Identity, Agent Gateway mit Model Armor; A2A und Governance für die Managed Agents API angekündigt | App ab 21 USD (Business) bzw. 30 USD (Standard/Plus) pro Seat und Monat; Agent Platform nach Verbrauch | Gemini Enterprise, Agent Platform | |
| OpenAI | ChatGPT-Nutzer und Entwickler auf der OpenAI-API | Workspace Agents in ChatGPT, Agents API (Beta); Agent Builder endet am 30. November 2026 | Regeln je dot (erlauben, Freigabe, sperren); Website-Freigaben bei Computer Use | API: Tokens zum Modellpreis; ChatGPT-Planpreise nicht abrufbar | Deprecations, API-Preise |
Wie du auswählst: fünf Fragen
Eine Empfehlung für einen Anbieter gibt es hier bewusst nicht. Welche Plattform passt, hängt an deinem Unternehmen, und diese fünf Fragen bringen das schneller an den Tisch als jede Feature-Liste.
1. Wo liegen Identitäten und Dokumente heute?
Agenten brauchen Zugriff auf Postfach, Dateien und Fachsysteme, und sie brauchen eine Identität, unter der dieser Zugriff läuft. Liegt beides in Microsoft 365 und Entra ID, bekommst du bei Microsoft die Agent-Identität automatisch. Claude und Gemini Enterprise binden Microsoft 365 über Konnektoren an; bei Claude muss ein Global Administrator in Entra die Zustimmung für den ganzen Mandanten erteilen.
2. Wer baut die Agenten?
Für Fachbereiche gibt es den Agent Builder in Microsoft 365 Copilot, den Workflow Builder in Gemini Enterprise oder Claude mit Cowork. Für die Entwicklung gibt es Claude Code, Googles ADK oder OpenAIs Agents SDK und Agents API. Copilot Studio reicht von internen Agenten bis zu Agenten für externe Kanäle. Plane die Befähigung für beide Gruppen ein: Art. 4 AI Act verlangt Maßnahmen zum Aufbau von KI-Kompetenz, aber kein bestimmtes Niveau, keine Pflichtschulung und kein Zertifikat (was Art. 4 nach dem Digital Omnibus bedeutet).
3. Wie verwaltest du Agenten, die nicht vom Hauptanbieter kommen?
Wenn ihr mehrere Anbieter nutzt, wird das zur Frage. Agent 365 synchronisiert Agenten aus sieben Fremdplattformen, Google hat für seine Managed Agents API die A2A-Integration angekündigt. Unabhängig vom Werkzeug hilft ein eigenes Agenten-Register: Unsere kostenlose KI-Richtlinie-Vorlage enthält eines in Anlage A, zusammen mit Berechtigungsstufen und Regeln für Konnektoren und MCP-Server. Wie viel Autonomie ein Agent bekommen sollte, beschreibt Human-in-the-Loop.
4. Welche Preislogik passt zu eurer Nutzung?
Pro-Nutzer-Lizenzen sind planbar, Verbrauch wächst mit der Nutzung. Bei Copilot Studio entscheidet die Agenten-Bauart, wie viele Credits anfallen; ist vorausbezahlte Kapazität aufgebraucht, kann Microsoft Agenten stoppen (Ausnahmen laut Microsoft-Dokumentation). Bei Claude Enterprise kommt zum Seat-Preis die Nutzung zu API-Preisen, Admins setzen Ausgabenlimits. Rechne mit euren echten Szenarien statt nur mit Listenpreisen: Was KI im Team 2026 kostet.
5. Was passiert, wenn ein Produkt eingestellt wird?
OpenAI hat Atlas nach weniger als zehn Monaten abgeschaltet und den Agent Builder keine acht Monate nach dem Start abgekündigt. Dokumentiere Agenten, Anweisungen und Abläufe so, dass ein Umzug möglich bleibt, und setze, wo es geht, auf offene Anschlüsse wie MCP. Vertraglich gehören Exit-Regeln dazu, siehe Vendor-Lock-in vermeiden.
Wenn du vor der Plattformfrage erst wissen willst, wo dein Unternehmen steht, hilft der AI-Readiness-Check. Für eine konkrete Entscheidung kannst du auch 30 Minuten mit uns sprechen.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Copilot und Copilot Studio?
Microsoft 365 Copilot (in Teilen der Microsoft-Dokumentation inzwischen „Microsoft Copilot“ genannt) ist der KI-Assistent für die Arbeit in Microsoft 365, mit Copilot Chat und Copilot in den Microsoft-365-Apps. Copilot Studio ist das Werkzeug, mit dem du eigene Agenten baust. Für schnelle, leichte Agenten gibt es zusätzlich den Agent Builder direkt in Microsoft 365 Copilot.
Ist Copilot Studio in Microsoft 365 Copilot enthalten?
Teilweise. Nutzer mit Microsoft-365-Copilot-Lizenz können laut Microsoft ohne Aufpreis interne Agenten in Microsoft 365 erstellen und nutzen. Für Agenten auf Websites, in Apps, für Personen ohne Lizenz oder mit dem GitHub-Copilot-Harness brauchst du die eigenständige Copilot-Studio-Lizenz.
Was kostet Copilot Studio?
Laut deutscher Preisseite 173,30 € pro Monat für ein Paket mit 25.000 Copilot Credits, zzgl. MwSt.; per Pay-as-you-go kostet ein Credit laut Microsoft Learn 0,01 USD (Stand 5. Oktober 2026). Wie viele Credits ein Agent verbraucht, hängt an seiner Bauart: eine generative Antwort kostet 2 Credits, eine Agenten-Aktion 5, das Tenant Graph Grounding zusätzlich 10.
Was kostet Agent 365?
Laut deutscher Preisseite 13,00 € pro Benutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung, zzgl. MwSt.; die US-Seite nennt 15 USD. Agent 365 ist außerdem in Microsoft 365 E7 enthalten, laut deutscher Seite 91,92 € pro Benutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung, zzgl. MwSt. (Stand 5. Oktober 2026).
Kann Claude Cowork auf Microsoft 365 zugreifen?
Ja. Mit der angekündigten Zusammenführung von Cowork und Chat nutzt Claude Konnektoren je nach Aufgabe, darunter den Microsoft-365-Konnektor: Er durchsucht und analysiert Inhalte aus SharePoint, OneDrive, Outlook und Teams. Mails senden, Termine verwalten oder Dateien ändern kann Claude nur, wenn ein Admin die schreibenden Funktionen freischaltet. Voraussetzung ist ein Arbeitskonto in einem Entra-Mandanten und die Zustimmung eines Global Administrators.
Lassen sich Claude und Microsoft Copilot zusammen einsetzen?
Ja, auf mehreren Wegen. Claude-Modelle sind in Copilot Studio wählbar, in der EU aber erst nach Freigabe durch die Administration und außerhalb der EU Data Boundary. Claude greift per Konnektor auf Microsoft 365 zu, und Agent 365 kann Claude Managed Agents in sein Register synchronisieren.
Quellen
- Microsoft, Copilot Studio Pläne und Preise (DE), abgerufen 05.10.2026
- Microsoft, Copilot Studio plans and pricing (US), abgerufen 05.10.2026
- Microsoft Learn, Billing rates and management (Copilot Studio)
- Microsoft Learn, Pay-as-you-go meters (Power Platform)
- Microsoft Learn, Select a primary AI model for your agent
- Microsoft Learn, Anthropic models in Microsoft Online Services
- Microsoft, Agent 365 (DE), abgerufen 05.10.2026
- Microsoft, Agent 365 (US), abgerufen 05.10.2026
- Microsoft, Microsoft 365 E7 (DE), abgerufen 05.10.2026
- Microsoft Security Blog, Agent 365 now generally available (01.05.2026)
- Microsoft Learn, Manage Entra Agent IDs (Copilot Studio)
- Microsoft Learn, Connected platforms in Microsoft Agent 365
- Anthropic, Claude Preise, abgerufen 05.10.2026
- Anthropic, Cowork is now Claude (16.09.2026)
- Anthropic Help Center, Smart Reports
- Anthropic Help Center, Connect to Microsoft 365
- Anthropic, Enterprise Frontier Safeguards (01.09.2026)
- Anthropic, Claude Opus 5.5
- Google Cloud, Gemini Enterprise app, abgerufen 05.10.2026
- Google Cloud, Gemini Enterprise Agent Platform
- Google Cloud Blog, Cloud Next 2026 wrap-up
- Google Cloud Blog, I/O 2026 news for agent developers (20.05.2026)
- OpenAI, API deprecations
- OpenAI, API changelog
- OpenAI, API pricing
- OpenAI Help Center, Evolving Atlas into ChatGPT
- OpenAI, Introducing dots
- SAP News Center, SAP Sapphire 2026 (12.05.2026)
- Salesforce Newsroom, Agentforce job-ready agents (11.09.2026)
- EU-Kommission, AI Literacy Questions & Answers
Standortbestimmung
Wie KI-bereit ist dein Unternehmen?
Der Readiness-Check zeigt in wenigen Minuten, wo ihr steht und was als Nächstes sinnvoll ist.
Über den Autor
Co-Founder · Business & Content Lead
Co-Founder von Sentient Dynamics. 15+ Jahre Business-Strategie (u.a. SAP), MBA. Schreibt über AI-Act-Compliance, ROI-Messung und wie Mittelstand-CTOs agentische KI tatsächlich einführen.